In . 1.1 Symptomhierarchie und Interaktionen In einer

In Deutschland leben etwa 1,6 Millionen Menschen mit
einer Tumorerkrankung. Jährlich bekommen etwa 470.000 Menschen neu die Diagnose
Krebs (RKI 2015). Bedingt durch verbesserte
Prophylaxe und Therapie der Erkrankungen liegt die relative Überlebensrate für
die ersten 5 Jahre nach der Diagnose für Männer bei 62% (56 – 65) und für
Frauen bei 67% (62 – 70). Für 10 Jahre liegt die relative Überlebensrate für
Männer bei 57% (51 – 61) und Frauen bei 62% (58 – 65) (RKI 2015).

Erkrankungs- oder therapie-bedingt erleben Patienten
Symptome. Häufig lässt sich das auch nicht genau trennen. Für die Patienten stellen
diese häufig eine enorme Belastung dar und beeinflussen deren Funktionalität,
Lebensqualität und können ihre Rehabilitation behindern (Miaskowski, Dodd et al. 2004, Fan, Hadi et
al. 2007, Harrington, Hansen et al. 2010, Molassiotis,
Zheng et al. 2010, Trudel-Fitzgerald, Savard et al. 2013, Kluetz, Slagle
et al. 2016).

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Die Anzahl der Symptome korreliert mit der
Beeinträchtigung der Lebensqualität und der physischen und sozialen
Funktionalität (Dodd, Cho et al. 2010, Molassiotis, Wengstrom
et al. 2010, Jahn, Gunga et al. 2012, Aktas 2013, Wood and
Weymann 2013). Ein
Anstieg der Symptome ? in Anzahl
und Intensität ? mit einer
verkürzten Überlebenszeit assoziiert (Aktas, Walsh et al. 2010, Jimenez, Madero
et al. 2011, Trajkovic-Vidakovic, de Graeff et al.
2012) .

1.1
Symptomhierarchie und Interaktionen

In einer systematischen Übersichtsarbeit stellen
Reilly et al. (2013) dar, dass es aus insgesamt
47 gemessenen Symptomen übergreifend über alle Tumorentitäten eine Kerngruppe
von Symptomen gibt. Hierzu gehören hinsichtlich Prävalenz und Symptomintensität
wie in Tabelle 1 dargestellt, Fatigue, Schlafstörungen und Schmerz.

Innerhalb der
Symptomhierachie ist die tumorbedingte Fatigue (Cancer?related Fatigue ? CRF) eines der häufigsten
und belastensten akuten und chronischen Symptome (Hoffman, Given et al. 2007, Molassiotis,
Zheng et al. 2010, Reilly, Bruner
et al. 2013). Zwischen 59% und 96% der
Tumorpatienten mit Chemotherapie leiden an CRF. Bei Radiotherapie tritt sie
sogar bei 65% bis 100% der Patienten auf (Hoffman, Given et al. 2007, Purcell,
Fleming et al. 2010, Reilly, Bruner
et al. 2013). CRF ist besonders
verantwortlich für die wahrgenommene Einschränkung der Lebensqualität (Molassiotis, Zheng et al. 2010). 40% ihrer Varianz wird der Veränderung der Fatigue
zugerechnet (Arndt, Stegmaier et al. 2006). In chronifizierter Form kann CRF bis 10 Jahre nach
der Tumortherapie andauern (Bower, Ganz et al. 2006, Harrington,
Hansen et al. 2010). Persistierende CRF ist
dabei wesentlicher Risikofaktor dafür, dass Patienten auch Schlafstörungen und
Schmerzsymptomatiken entwickeln (Trudel-Fitzgerald, Savard et al.
2013). Daher wird ein Cancer-related Fatigue Syndrom (CRF?Syndrom) beschrieben, bei dem die Patienten
zusätzlich auch noch an Schlafstörungen, Gedächtnisproblemen und Schmerzen
leiden (Molassiotis, Wengstrom et al. 2010, Oh and Seo 2011, Wang, Williams
et al. 2012, Minton and
Stone 2013)